Daten

Name: TarzanLänge über Deck: 14mVerdrängung: 22t
Rufzeichen: DATRLänge über Alles: 16,5mKojen: 8
Heimathafen: HamburgBreite: 4,45m
Stapellauf: 15. September 1979Tiefgang: 2m
Segelfläche: 120 – 140 qm am Wind, bis 160 qm raumschots

Rumpf

Basis für die Rumpfkonstruktion ist der Colin Archer Rettungskreuzer Andreas Aaro, der bei etwa gleichen Maßen 35 t verdrängt. Wegen der erheblich leichteren Bauweise des Tarzan wurde konstruktiv durch ein schlankeres Unterwasserschiff eine Verdrängung von 20 t angestrebt.

Auslegung der Festigkeiten nach den gültigen GL-Bauvorschriften für Yachten, i. d. R. um 30 – 50 % überschritten. Die Laminierpläne für den Aufbau der Bordwand sind noch vorhanden. Die Lieferanten für die Harze waren Büfa Oldenburg und CG Chemie Hannover. Verwendet wurde das Standardharz P50T von BASF sowie UP 042 von Hoechst. Das Isophtalsäureharz für die äußeren Lagen ist UP 746 von Hoechst.

Die Lieferanten für Glasfaser waren Büfa und Schlösser & Kramer. Es kamen zum Einsatz alkalifreie Glasmatte mit Quadratmetergewichten von 375 – 450 g, Rovinggewebe mit Quadratmetergewicht 900 g sowie stellenweise faserbeschichtete Rovingmatten und Unidirektionalgewebe. Als Sandwichmaterial wurde Contizell 60 von Continental verwendet, ein PVC-Schaum, der vom Germanischen Lloyd für den Bootsbau zugelassen ist. Der Rumpf wurde im Handauflegeverfahren laminiert, soweit möglich nass in nass, wenn dies nicht möglich war, mit Zwischenschliff. Die Oberfläche besteht aus einer Mikrovlieslage in Isophtalsäureharz.

Nach Fertigstellung von Rumpf und Deck wurde der gesamte Rumpf innen und außen über 24 Std. mit 60° C getempert. Nach einigen Jahren wurde das Schiff aus optischen Gründen außen noch einmal nachgeschliffen, bekam dann auf den ganzen Rumpf eine Hempel-Epoxidbeschichtung und ein Finish aus Polyurethanlack. Der Rumpf weist keinerlei Anzeichen von Osmose auf.

Bei einer Grundberührung kam es zu einer Beschädigung des Rumpfes, die zunächst in einer amerikanischen Werft mit Polyesterharz repariert wurde. Als das Schiff wieder in Deutschland war, wurde die Schadstelle noch einmal eröffnet und fachmännisch mit treppenförmig angeschäftetem Glasgewebe in Epoxidharz verschlossen.

Deck

Das Deck besteht aus einer Innenlage aus Bootsbausperrholz, deutsches Fabrikat, die als verlorene Form benutzt worden ist.

Auf diese wurde eine dünne Lage gewebeverstärktes Polyester aufgebracht, dann eine Lage Contizell 60. An allen Stellen, an denen später Beschläge angebracht werden sollten, wurde dies durch imprägniertes Mahagoni ersetzt. Danach erfolgte eine ca. 10 mm starke Abschlusslage aus Polyester mit Roving und Matten.

Etwa 1995 wurde der Holzausbau des gesamten Cockpits erneuert.

1997 wurde der bisherige Decksbelag entfernt, das gesamte Deck noch einmal geschliffen und ein Teak-Stabdeck mit Epoxiverklebung aufgebracht. Von den 8 mm Teak sind jetzt noch etwa 4 mm übrig, einige Fugen müssen nachgeschnitten und neu vergossen werden, dann sollte das Deck noch eine Lebensdauer von etwa 10 Jahren haben. Bei der Gelegenheit wurde auch die Seereling erneuert sowie die Schienen für Fockschot und Klüver- bzw. Genuaschot.

Im Winterlager 2007/08 wurden alle Decksluken erneuert und durch Luken der Fa. Goiot ersetzt.

Der Anker wird über eine Maxwell Capstan Ankerwinde mit Kettennuss und Tauspill betrieben, eine Ersatzkettennuss ist vorhanden.

Ballast

Innerhalb des Rumpfes wurden bis zum hinteren Ende der Navigation ca. 5 t Stahlgrobbleche eingebracht, die in eine Schlämme aus rostschützendem Zement eingegossen wurden. Nach oben hin wurden diese mit Laminat abgedeckt. Außerhalb des Rumpfes wurde ein Bleikiel von gut 3 t untergebolzt mit 10 feuerverzinkten Kielbolzen, die in Öl gefüllten Stahlhülsen geführt sind. Der Bleikiel ist mit Rippenstahl armiert und die Stahlarmierung ist über Opferelektroden korrosionsgeschützt.

Später sind für den Feintrimm des Schiffes noch ca. 300 kg Blei im achteren Bereich innen angebracht worden. Die Kielunterseite, die im hinteren Bereich keinen Bleikiel trägt, ist mit einem entsprechenden Totholz versehen worden. Dies wurde im Laufe der Jahre zwei Mal gewechselt. Ebenfalls mit einem entsprechenden formverleimten Totholz ist der Steven des Rumpfes geschützt.

Motor und Antrieb

Der Motor ist ein Mercedes 4-Zylinder Diesel Direkteinspritzer OM 314 mit 3,8 l Hubraum. Der Motor hat bei Höchstdrehzahl eine Leistungsabgabe von ca. 84 PS, bei den von uns gefahrenen Drehzahlen bis zu 2000 dürfte er nach Kennlinie etwa 67 PS abgeben, bei normaler Marschfahrt mit 1500 Umdrehungen, abhängig von der Propellersteigung, etwa 50 – 60 PS, womit Geschwindigkeiten unter Maschine bis zu 8 Knoten zu erreichen sind. Der Motor ist als Original-Austauschmaschine 1978 durch die Fa. Schwarting, eine Mercedes-Vertragswerkstatt in Oldenburg, marinisiert worden unter Verwendung eines Wärmetauschers von Bowman, eines ZF Hurth Wendegetriebes, das später durch ein anderes ebenfalls von ZF Hurth mit Zwangsschmierung ausgetauscht worden ist (HR B 360 2R), (ein Ersatzgetriebe, werksüberholt, ist vorhanden).
Anlasser und Lichtmaschine wurden auf 24 Volt umgerüstet, später wurde das Schiff mit einer Duplex Dieselfilteranlage ausgerüstet, mit der während des Motorlaufes der Dieselfilter gewechselt werden kann, ebenso sind Wasserabscheider für beide Tanks getrennt vorhanden und ein doppelläufiger Umschalter für die Dieseltanks.

Der Motor hat im Original eine offene Kurbelgehäuse Be- und -entlüftung, was immer zu unangenehmen Gerüchen geführt hat. Wir haben deshalb von der Fa. Hengst Filter eine Kurbelgehäuse Abluftführung zum Ansaugstutzen mit einem Zyklon-Ölabscheider bauen lassen, so dass jetzt keine Schmierölgerüche mehr auftreten.

Der Antrieb des Propellers erfolgt über eine 40 mm Edelstahlwelle, die im Jahre 2017 neu eingebaut worden ist, ebenso das Bronze Stevenrrohr mit einer wartungsfreien Wellendichtung.

Die Verbindung zum Getriebe erfolgt über eine zentrierende elastische Kupplung. Der Propeller ist ein SPW 3-flügeliger Segelpropeller Variprop , der beim Segeln seine Flunken in Fahrtrichtung stellt. Die Steigung des Propellers kann für Vorwärts und Rückwärts getrennt eingestellt werden. Der Propeller ist in regelmäßigen Abständen beim Hersteller gewartet worden.

Das Abgassystem ist ein Nassauspuff aus einem stahlverstärkten Gummischlauch, mit einer Wasserfalle von Vetus, einem Schalldämpfer von Vetus und einem Schwanenhals in der Achterpiek. Der Kühlwasserstrom wird über einen Schwanenhals aus dem Motor geleitet und geteilt, so dass der Leistungsverlust durch den Nassauspuff geringgehalten wird.

Die zwei Dieseltanks nehmen ca. 400 l Diesel auf.

Takelage

Der Großmast ist ein Profil des französischen Herstellers Marco Polo, mit Originalbeschlägen von Marco Polo, ausgerüstet von der Aqua Fit GmbH in Tarmstedt bei Bremen. Profilbezeichnung: M 1100, Maße: 192 x 290 mm, Wandung: 5 mm.

Der Großmast hat eine Länge von 18,70 m, darauf UKW-Antenne 1 m = gibt 19,70 m, ca. 50 cm des Mastes sind unter der Wasserlinie, so dass eine Durchfahrtshöhe von mindestens 19,50 m erforderlich ist. Wir wollten den Großmast, weil die Salinge im schlechten Zustand waren und wir auch sonst einige Änderungen wünschten, in 2007 durch die Fa. Mastenbau Groß erneuern lassen. Dort sagte man uns allerdings, dass das Profil völlig einwandfrei ist, wir haben dann stattdessen den Mast generalüberholen lassen mit neuen Salingen, teilweise neuen Verstagungen, Anbringung eines doppelten Vorstags und einer veränderten Reffeinrichtung. Im gleichen Zuge wurden die Fallwinschen ausgetauscht und auch die Schotwinschen, so dass jetzt, bis auf den Besan, alle Winschen selbstholend sind.

Der Großbaum wurde etwa im Jahr 2000 erneuert, mit einem RTW Profil Z480.

Der Besan besteht aus dem Marco Polo-Profil M 565 mit den Maßen: 138 x 198 mm, Wandung: 3,7 mm. Der Besan ist reparaturbedürftig, er wird gerade (Winterlager 2019/20) von Mastenbau Groß überholt und erhält neue Salinge, eine andere Rutscherführung sowie neue Rollen, soweit nötig. Eine neue Radarantenne wird ebenfalls montiert.

Der Besanbaum wurde etwa 2008 von der Bootswerft Bopp & Dietrich angefertigt.

Besegelung

Alle Segel sind von der Segelmacherei Lee aus Hongkong. Wir haben mit diesen Segelmachern beste Erfahrungen gemacht. Die Segel sind handwerklich exzellent und halten sehr lange und man hält sich bei diesem Segelmacher an die gegebenen Anweisungen. Das Großsegel ist 40 qm groß, ca. 12 Jahre alt und steht noch hervorragend, der Besan ist neu und erst 2019 in Betrieb genommen worden. Die Genua ist auch etwa 12 Jahre alt und steht noch einwandfrei, der kleine Klüver ist älter, aber wenig benutzt und auch noch in guter Verfassung, der große Klüver musste an den Lieken teilweise verstärkt werden, weil sie sich gelöst haben, ist aber auch noch gut zu segeln. Die Sturmfock ist alt, aber unbenutzt, die Fock ist etwa 10 Jahre alt und wenig benutzt, wir haben auch noch eine zweite Fock, die etwas kleiner ist, aber schon sehr alt. Das Besan-Stagsegel ist ca. 20 Jahre alt, es ist wenig benutzt worden, hat einige Rostflecken, aber ist noch einwandfrei zu segeln.

Navigationsausrüstung

Das Schiff verfügt über einen neuen 12“ Kartenplotter von Raymarine, an den ein Sonargeber angeschlossen ist. Weiterhin ist an den Kartenplotter ein AIS-Transpondersystem angeschlossen, das über die UKW-Antenne wirkt. Es besteht eine UKW-Funkanlage nach neuestem Standard mit DSC-Controller und automatischer Übermittlung der Schiffsposition, weiterhin ein Wetterempfänger mit Faxausdruck. Der Kartenplotter ist mit einem Pulskompressionsradar von Raymarine ausgestattet, so dass sich jederzeit damit das Radarbild auf den Kartenplotter darstellen oder mit dem Kartenbild überlagern lässt (Einbau Winterlager 2019/20).

Umfangreicher Stauraum für Seekarten ist vorhanden, alle Handnavigationsgeräte einschließlich zwei Peilkompasse und ein Steiner Fernglas mit Peilkompass. Weiterhin ein starker Suchscheinwerfer, eine Dreifarbenpositionslaterne im Masttopp sowie eine komplette Positionslaternenausstattung für Motor und Segelfahrt. Signallaternen für Manövrierunfähigkeit sind ebenfalls vorhanden.

Auf Wunsch können wir auch große Mengen Seekarten von der Weltumsegelung und von Ostsee und Mittelmeer übergeben.

Innenausstattung

Der gesamte Innenausbau ist in Mahagoni-Sperrholz und Iroko (Kampala) Vollholz erfolgt. Im Voschiff sind 2 Kojen, die als Doppelkoje genutzt werden können und zwei Lotsenkojen. Im Achterschiff sind eine Doppelkoje, eine einfache Koje und 2 Lotsenkojen. Im Salon ist ein großes U-förmiges Sofa, das ebenfalls für 2 Personen zum Schlafen genutzt werden kann. Alle Kojen sind über 2 m lang.

Es ist eine großzügige Pantry vorhanden, mit zwei Spülbecken, die bei jeder bisher erlebten Schiffslage ordnungsgemäß abfließen, ein Bertschi Petroleumherd mit zwei Flammen und einem Backofen, wobei der Backofen zurzeit nicht funktioniert (auf Wunsch kann auch ein entsprechender Taylor Herd eingebaut werden), ein Reflex Dieselofen, der mit 2,5 KW Leistung das gesamte Schiff im Winter zu heizen vermag. Der Dieselofen ist wegen des Aufenthaltes im Mittelmeer über 10 Jahre nicht benutzt worden, insofern ist möglicherweise eine Reinigung oder ein Ersatz des Reglers erforderlich.

Unter dem Salonboden befinden sich 2 Wassertanks mit zusammen 1,2 t Kapazität.

Im Bad ist eine Pumptoilette Blake Baby installiert, die äußerst zuverlässig ist. Die Ersatzteile für die Blake-Toilette sind extrem teuer, deshalb steht eine fast komplette zweite Toilette als Ersatzteillager zur Verfügung. Es ist eine Dusche und ein Duschvorhang vorhanden, unter der Bodengräting befindet sich eine Auffangwanne für die Dusche, die, nach Umschalten eines Ventils, mit einer Lenzpumpe geleert werden kann. Die Dusche ist nur begrenzt zur Benutzung bei Krängung geeignet.

Der Fäkalientank unter der Achterkajüte fasst ca. 180 l.

In der Werkstatt befindet sich viel Stauraum und ein umfangreiches Werkzeugsortiment mit Arbeitsplatte und Schraubstock. Zahlreiche Kleinersatzteile sind an Bord vorhanden.

Ruder

Das Schiff hat eine Pinnensteuerung mit Achtern angehängtem Ruder. Das Ruderblatt ist klassisch gebaut aus amerikanischer Eiche und Mahagoni mit längsdurchgehenden Nieten, es ist aufgehängt an drei schweren Edelstahllagern mit Polyethylenbuchsen und einer Aushebesicherung.

Sicherheitsausrüstung

Es sind drei Anker (CQR 35kg, Bügel 30kg, Plattenanker 35kg) an Bord vorhanden mit 80 m Kette und 15 m Kettenvorlauf und ein Treibanker, sowie Seenotmunition, eine Plastimo Transocean Rettungsinsel für 8 Personen, Automatikschwimmwesten für 8 Personen, 2 Rettungskragen mit Blitzleuchten und eine EPIRB Notfunkboje, weiterhin ein Beiboot (9,5 Fuß Dinghi) mit zusätzlichen Auftriebskörpern mit Möglichkeit zum Rudern, Wriggen, Segeln und für Außenbordmotorbetrieb. Ein Außenbordmotor von 2 PS ist vorhanden, weiterhin Badeleitern, Strickleitern und reichlich Schlepp- und Festmachtauwerk sowie zahlreiche Fender und eine Gangway.

Gutachten

Stand: 01/2020